Krisen als Chance – So lassen sich Rückschläge für die Karriere nutzen

Krisen als Chance – So lassen sich Rückschläge für die Karriere nutzen

Krisen als Chance – So lassen sich Rückschläge für die Karriere nutzen 1024 761 Claus Verfürth

Misserfolg, Fehler und Krisen haben im Leben und Denken von Top-Managern keinen Platz. Passieren sie dennoch, werden sie nicht selten aufgrund des drohenden Jobverlusts ausgeblendet. Aber auch das gehört zur Realität: Entlassungen, die auf Fehlentscheidungen folgen, werden im Topmanagement sogar häufiger. Gleichzeitig bedeuten einzelne Fehlleistungen heute nicht mehr das Aus für eine Karriere. Vielmehr wird es immer wichtiger mit Krisenmomenten produktiv umzugehen und diese als Chance zu begreifen.

Kulturelle Faktoren bei der Bewertung von Fehlern

Sowohl im beruflichen wie auch im privaten Umfeld gehören Fehler einfach zum Leben dazu. Jede Kultur und jedes Unternehmen findet jedoch ganz eigene Formen, um mit Fehlleistungen umzugehen. Ob ein Fehler – unabhängig davon auf welcher Ebene er passiert – gleich den Job kostet hängt auch davon ab, wie dieser Fehler bewertet wird. Abhängig von der Art des Fehlers und dessen Auswirkungen können Unternehmen mit einer entsprechenden „Fehlerkultur“ diesen beispielsweise auch als Schritt auf einer Lernkurve interpretieren. Eine Extremform einer positiven Fehlerkultur findet sich sicherlich in den High-Tech-Zentren der USA, wo Unternehmensgründer und CEOs, die nicht mindestens eine Handvoll Misserfolge vorzuweisen haben, als unerfahren gelten. Hier heißt es vielmehr:

Fail fast, fail often and fail cheap.

Die Kunst, aus Fehlern zu lernen

Aber auch unabhängig von der umgebenden Kultur ist es lohnenswert, sich individuell die Kunst anzueignen, aus Fehlern zu lernen. Krisenhafte Momente sollten kein Anlass sein, um über die negativen Konsequenzen nachzudenken oder den Versuch nach sich ziehen, Fehlern prinzipiell aus dem Weg zu gehen, denn:

Angst ist stets ein schlechter Ratgeber – insbesondere für Senior Executives.

Einsam an der Spitze

Berater als Begleiter von Top-Managern

Vielmehr sollten Fehler als solche akzeptiert werden, denn der richtige Umgang mit Fehlern kann sogar zur Karrierechance werden. Betrachten Sie zum Beispiel ein schnelllebiges und innovatives Geschäftsumfeld, wo Risiken notwendigerweise eingegangen werden müssen, um erfolgreich zu sein. Hier gehören Fehleinschätzungen oder Misserfolge zur Tagesordnung.

Um zu einer richtigen Einschätzung der eigenen Fehler zu kommen lohnt es sich, Vertraute – wie Mentoren oder einen Coach – zu Rate zu ziehen. Diese können einen unabhängigen Blick von außen auf den Sachverhalte werfen, die rechtlichen Aspekte und Auswirkungen bewerten und bei der persönlichen Bewertung helfen.

Fehler sind stets Lernerfolge

Durch Fehler ausgelöste Krisen bieten Führungskräften die Möglichkeit, ihre Karriere auf den Prüfstand zu stellen und Nachjustierungen vorzunehmen. Nicht jeder Jobverlust bedeutet das Ende der Karriere, sondern ist zugleich die Chance, sich beruflich weiterzuentwickeln. Insofern sind Fehler stets als Lernerfolge zu bewerten, selbst wenn sich dies oft erst im Rückblick so darstellt. Manchmal sind allerdings Fehler teuer zu bezahlen, wie zum Beispiel durch den Verlust des Arbeitsplatzes. Nichtsdestotrotz sollte dies nicht dazu führen, Fehlleistungen an sich als etwas Negatives zu betrachten.

Insbesondere wenn es um die Besetzung von Spitzenpositionen geht, legen immer mehr Unternehmen darauf Wert, Persönlichkeiten zu finden, die bereits Erfahrungen mit persönlichen und beruflichen Krisensituationen gesammelt haben.

Krisen als Karrierechance für Manager

Noch sind Scheitern und Fehlleistungen in vielen deutschen Unternehmen oft unverzeihlich und werden nicht selten mit fachlichem Versagen gleichgesetzt. Dabei sind die Ursachen für Misserfolge vielfältig, manchmal unvermeidlich und nicht immer individuelle Niederlagen. Insbesondere der Vergleich mit anderen Ländern wie den USA macht klar: Fehler können Lernerfolge sein. Diese Erkenntnis setzt sich langsam auch hierzulande durch und es lässt sich sowohl ein kultureller als auch mentaler Wandel bei der Bewertung von Fehlern und Krisen beobachten – auch bzw. besonders im Top-Management. Die Voraussetzung dafür ist, einen offenen Umgang mit Fehlern zu entwickeln und die Fehlertoleranz des potentiellen neuen Arbeitgebers. Mit dieser Haltung können Krisen zur Karrierechance werden.

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Claus Verfürth

Claus Verfürth ist Managing Director und Partner bei The Boardroom, dem von Rundstedt Beratungsbereich für Top-Manager.

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