Nicht nur in der Corona-Krise: Deshalb sind qualifiziert besetzte Aufsichtsräte und Beiräte wichtig

Nicht nur in der Corona-Krise: Deshalb sind qualifiziert besetzte Aufsichtsräte und Beiräte wichtig

Nicht nur in der Corona-Krise: Deshalb sind qualifiziert besetzte Aufsichtsräte und Beiräte wichtig 1024 768 Dr. Klaus Weigel

Unterbrochene Lieferketten und Branchen, denen schlagartig ihr Geschäft weggebrochen ist: Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft innerhalb weniger Wochen auf eine Art und Weise getroffen, wie wir es selbst nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008 nicht erlebt haben!

Während aber 2008 der Finanzsektor die Realwirtschaft infiziert hat, ist nun primär die Unternehmensseite mit der Insolvenzgefahr konfrontiert. Banken und Sparkassen könnten bald durch hohe Kreditausfälle tangiert werden. Die Unternehmen sind jetzt erst einmal gefordert, ihre finanzwirtschaftliche Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.

Der Blick auf die Finanzen

Dazu gehört u.a. eine akribische Liquiditätsplanung, die Adjustierung der bisherigen Finanzierungsinstrumente und der intensive Dialog mit den Finanzierungspartnern, um rechtzeitig notwendige Maßnahmen vereinbaren zu können. Dabei müssen Unternehmen und Gesellschafter akzeptieren, dass die Liquidität zu Lasten der Rentabilität geht.  Stets im Auge sollten sie außerdem die Optimierung des Working Capital haben.

Die Unternehmen sind jetzt erst einmal gefordert, ihre finanzwirtschaftliche Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.

In einer längerfristigen Analyse müssen Unternehmen ihre Geschäftsmodelle auf den Prüfstand stellen: Passt die bisherige Produktpalette, die mögliche Abhängigkeit von Lieferbeziehungen sowie die internationale Ausrichtung noch zu der „Welt nach Corona“? Viele Führungskräfte in den Unternehmen kennen nur das Umfeld positiven Wachstums und benötigen ggfs. strategische Sparringspartner. Hinzu kommt, dass die Herausforderungen der Digitalisierung und Umwälzungen wie etwa in der Automobilwirtschaft in vielen Unternehmen noch nicht bewältigt sind.

Daher gilt es auch das Thema einer qualifizierteren Besetzung von Beiräten bzw. Aufsichtsräten neu zu durchdenken.

Erfahrene Persönlichkeiten in die Aufsichtsräte einbinden

Ein Aufsichtsrat bzw. Beirat bietet die einmalige Chance, externe Know-how-Träger mit unternehmerischer Erfahrung in das Unternehmen einzubinden. Dabei ist ein Beirat in Familienunternehmen in der Regel kein juristisch definiertes Organ, sofern nicht die Rechtsform bzw. die Größe eines Unternehmens einen Aufsichtsrat gesetzlich vorschreiben. Diesem freiwilligen Gremium können ganz individuell bestimmte Beratungs- und Entscheidungsfunktionen von den Gesellschaftern übertragen werden.

Aufsichtsräte bzw. Beiräte bringen etwa bei Fragen zur strategischen Neupositionierung eine unabhängige Sichtweise ohne betriebsinterne Zwänge und Interessenkonflikte ein. Sie stellen damit zusätzliches externes Know-how zur Verfügung, um Risiken zu verringern und Fehler zu vermeiden. Über Gremienmitglieder können auch neue Kontakte und Netzwerke erschlossen werden.

Empfehlungen für ein erfolgreiches Aufsichts- bzw. Beiratsgremium

Nachfolgend einige „Spielregeln“, bei deren Beachtung  Aufsichtsräte bzw. Beiräte gerade auch für Familienunternehmen zu einem Erfolgsmodell werden können:

  1. Bei der Auswahl von Gremienmitgliedern stehen unternehmerische Kompetenzen, Integrität und Loyalität sowie das Engagement, das die betreffende Person zu erbringen bereit ist, im Vordergrund. Gremienmitglieder müssen materiell, emotional und persönlich unabhängig sein.
  2. Ein Gremienmitglied muss ausreichend Zeit mitbringen können, um sich gewissenhaft mit den relevanten Themen in einem Unternehmen befassen zu können. Der zeitliche Aufwand für eine verantwortungsbewusste Mandatstätigkeit hat auch in Familienunternehmen deutlich zugenommen.
  3. Die Besetzung des Kontroll- und Aufsichtsgremiums mit Beratern, die dem Unternehmen nahestehen, kann zu Interessenkonflikten führen. Diesem Personenkreis fehlt darüber hinaus oft auch die für die Gremienarbeit wertvolle operative Erfahrung.
  4. Die Vergütung der Gremienmitglieder sollte den gestellten Anforderungen entsprechen. Lieber ein Aufsichtsgremium mit wenigen Personen, aber dafür sehr qualifiziert besetzt und mit einem angemessenen Honorar bezahlt. Hier kann als Richtschnur der Tagessatz von qualifizierten Beratern oder auch die Vergütung der Geschäftsführer dienen.
  5. Gremienmitglieder sollten noch mit den aktuellen Branchen- und Marktentwicklungen vertraut sein. Prominente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sind im Zweifel nicht für die Besetzung von Aufsichtsgremien in Familienunternehmen geeignet.

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Fazit: Qualifiziert besetzte Aufsichtsräte bzw. Beiräte

Ein qualifiziert besetzter Aufsichtsrat bzw. Beirat ist nicht nur in Krisensituationen ein strategisches Instrument zur Sicherung der Unternehmenszukunft. Richtig besetzt, hilft er das unternehmerische Vermögen zu erhalten und zu mehren.

In Zeiten sich immer rascher verändernder Rahmenbedingungen gilt es regelmäßig, die Robustheit der Unternehmensstrategie zu hinterfragen. Letztlich geht es um die Frage, wie anfällig das Unternehmen für Veränderungen ist. Diese Fähigkeit von Aufsichtsräten bzw. Beiräten, Entwicklungen zu antizipieren, muss eine Kernkompetenz sein. Denn diese Kompetenz entscheidet über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens. Bei der Suche nach qualifizierten Aufsichtsräten bzw. Beiräten, können Unternehmen auch spezialisierte Dienstleister zu Rate ziehen. Diese erweitern den Kreis möglicher Kandidaten über das eigene Umfeld hinaus.

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Kontaktanfrage per Mail an: klaus.weigel@board-experts.de

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Seit 2007 ist Dr. Klaus Weigel als Geschäftsführender Gesellschafter der Board Xperts GmbH in Frankfurt am Main tätig.

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