Lebenslanges Lernen als Erfolgsfaktor für Top-Führungskräfte

Lebenslanges Lernen als Erfolgsfaktor für Top-Führungskräfte

Lebenslanges Lernen als Erfolgsfaktor für Top-Führungskräfte 1024 684 Anita Zuleger

Wer lebenslange Weiterbildung als Führungskraft nicht berücksichtigt und damit dokumentiert, nicht auf der Höhe der Zeit zu sein, kann Probleme bekommen. Auch ein Manager kann sich nicht erlauben, stehen zu bleiben. Zumal er als Vorbild für seine Mitarbeitenden gesehen wird und hier mit gutem Beispiel vorangehen sollte.

Gerade die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig der Einsatz neuer Technologien ist.

Ende der 90er-Jahre hatte ich durch Zufall mitbekommen, dass einer unserer Niederlassungsleiter tatsächlich seinen ganzen Mailverkehr von seiner Assistenz ausdrucken ließ. Ich war damals sehr erstaunt. Schlimmer war allerdings mein Erlebnis letzte Woche, als ich aus nächster Nähe mitbekommen habe, dass es immer noch Vorstände gibt, die dies heute noch so handhaben – im Jahre 2021. Hier frage ich mich tatsächlich, wie so jemand zukünftig noch gestaltend im Unternehmen tätig sein kann und Zukunftsthemen begleiten möchte.

Digitalisierung als Lern-Katalysator

Durch das Internet hat sich in unserer Gesellschaft viel verändert – und diese Entwicklung wird sich durch Künstliche Intelligenz und andere Techniken noch verstärken. Jüngere Menschen wachsen mit der Digitalisierung auf und sind damit schnell vertraut. Viele der älteren Generation haben damit Schwierigkeiten. Für sie bedeutet das, dass sie sich wirklich mit den Themen auseinandersetzen und dazulernen müssen. Es geht leider nicht mehr so spielerisch wie in jungen Jahren.

Gerade die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig der Einsatz neuer Technologien ist. Videochats, -konferenzen und hybride Meetings erfolgreich gestalten zu können ist ein absolutes Muss im geschäftlichen und teilweise auch im privaten Umfeld. Denken wir nur einmal an Homeoffice und die vielen Konferenzen, die nur noch durch diese Technik abzuhalten waren. Und glauben Sie mir, es kommt gar nicht gut an, wenn der Chef nur mit Hilfe seiner Assistenz oder der Technikabteilung durch eine Präsentation führen kann. Hier fragen sich die Mitarbeiter schon, warum sie hier viel Zeit investieren sollen, wenn die Führungskräfte nicht einmal die einfache Technik beherrschen.

Lebenslanges Lernen steigert Chancen für beruflichen Erfolg

Out-of-the-box-Denken

Lebenslanges Lernen ist aus mehreren Perspektiven von großer Bedeutung. Zum einen steigert es die Chancen für beruflichen Erfolg. Zum anderen fördert es die geistige Gesundheit und bietet auch Vorteile im Alter. Auf der Höhe der Zeit zu sein halte ich für eine sehr wichtige Kernkompetenz, um mitmachen zu können.

Es gibt aber noch viel mehr Themen als nur die Technik. Unsere Arbeitswelt verändert sich gerade extrem. Führen von virtuellen Teams, Fehlerkultur oder agiles führen sind hier nur einige Beispiele. Vieles ist auch unter dem Begriff „New Work“ zusammengefasst. Auch dies muss erlernt werden. Wie binde ich Mitarbeiter mehr ein, gebe Verantwortung ab, wie führe ich virtuelle Teams und setzte in Projekten Kanban oder Scrum ein? Sicher ist es nicht erforderlich, dass jede Führungskraft bei allen Techniken sämtliche Details kennt. Aber die Vorgehensweise und die groben Strukturen sollten durchaus bekannt sein. Andernfalls kann man die Prozesse schwierig steuern und wundert sich zum Schluss, dass andere Ergebnisse herauskommen, als erwartet.

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Ein Blick über den Tellerrand

Sicher sind Sie wie ich der Meinung, dass solche einschneidenden Veränderungen in einem Unternehmen, die die Kultur und die Arbeitsweise betreffen, natürlich nur durchgeführt werden können, wenn dies von der Führung ausgeht und vorgelebt wird. Aus meiner Praxis kenne ich vielzählige gute Beispiele, wie Führungskräfte sich lebenslang weiterbilden. Hierfür gibt es spezielle Institute wie z. B. die Hochschule St. Gallen (HSG), die gezielte Fortbildung für Manager anbietet.

Und so manche hochrangigen Manager haben Coaches und Berater an ihrer Seite, um auf wichtige, neue Themen vorbereitet zu sein und sich damit auseinanderzusetzen. Hilfreich ist hier auch der Austausch mit Experten. Dies kann auf internen und externen Konferenzen stattfinden. Wer ein breites Netzwerk hat, kann hier profitieren.

Zum Schluss möchte ich Sie auch noch ermuntern, sich ab und zu mit gänzlich fremden Themen zu beschäftigen. Themen, die so gar nichts mit Ihrem Arbeitsgebiet zu tun haben. Denn mir ist schon oft passiert, dass ich hier Impulse und gute Anregungen für meine aktuelle Aufgaben entdeckt habe, die für mich am Anfang gar nicht offensichtlich waren.

Jetzt wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lernen und Erforschen – und bleiben Sie neugierig.

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[Bildnachweise: © iStock – Kerkez / CASEZY]

Anita Zuleger

Anita Zuleger ist Senior Executive Consultant bei The Boardroom, dem von Rundstedt-Beratungsbereich für Topmanager.

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